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Tonografie
IRM
Während mit der Computertomographie nur größere Herde zu sehen waren, bildet die Magnetresonanztomographie das Gehirn mit viel besserer Detailauflösung ab. Äußerlich ähnelt das Gerät einschließlich der Untersuchungsöffnung in der Mitte weitgehend einem Computertomographen . Statt mit Röntgenstrahlen erfolgt jedoch eine Messung des Gewebeverhaltens in einem starken Magnetfeld, das die schwach elektrisch geladenen Teilchen in den Körperzellen für kurze Momente in bestimmte Richtungen zwingt und dann wieder zurückschwingen lässt. Die Magnetresonanztomographie ist die mit Abstand genaueste, zuverlässigste und damit wichtigste apparative oder technische Zusatzuntersuchung bei MS. Die Darstellung der Untersuchungsbefunde ist in drei verschiedenen Ebenen möglich.
Während der Untersuchung muss man einige Minuten ruhig auf dem Rücken liegen bleiben. Erfreulicherweise werden die MRT-Geräte parallel zur Weiterentwicklung der Computertechnik immer schneller, wodurch sich die Untersuchungszeiten deutlich verkürzt haben. Man wird auf einer Liege in die Untersuchungsöffnung des Gerätes geschoben. Dabei liegt der Kopf in einer gepolsterten Schale und wird mit einem weichen Band festgehalten. Um die Aussagekraft der Untersuchung zu erhöhen, wird zusätzlich Kontrastmittel in die Armvenen gegeben.
Besonders Menschen, die üblicherweise davor Angst haben, sich in geschlossenen Räumen aufzuhalten, fühlen sich in der mehr oder weniger engen Untersuchungsröhre eines MRT-Gerätes unwohl und beengt. Sie können mit zunehmender Untersuchungsdauer immer unruhiger werden, wodurch es zu Bewegungen und damit einer schlechten Bildqualität kommen kann. Bei einer derartigen, in der medizinischen Fachsprache als Klaustrophobie bezeichneten Störung erleichtert die vorherige Gabe eines leichten Beruhigungsmittels den Untersuchungsablauf, oder die Untersuchung wird in einem so genannten offenen Gerät durchgeführt (. Auch das für die Methode typische hämmernde Geräusch während der Untersuchung kann beunruhigend sein, weshalb häufig Ohrstöpsel oder Kopfhörer mit Musik eingesetzt werden.
Mit der MRT lassen sich schon bei einer beginnenden MS in etwa 30 bis 50 Prozent der Fälle Krankheitsherde oder Plaques erkennen, die für einen Nachweis allerdings mindestens zwei Millimeter groß sein müssen. Ihr Hauptvorteil besteht darin, dass sie auch die Erkennung »klinisch stummer«, also ohne entsprechende Beschwerden einhergehender Herde ermöglicht, was auch erklärt, warum sich in aller Regel schon bei Verdacht auf eine MS mehrere Läsionen nachweisen lassen
Im Großhirn sind insbesondere zu Beginn einer MS 90 Prozent der MRT-Befunde ohne klinisches Korrelat und im Hirnstamm ist dies immerhin bei 75 Prozent der Fall. Dies bedeutet umgekehrt aber auch, dass sich nur etwa zehn Prozent der MRT-Veränderungen in denjenigen Gehirnabschnitten finden, in denen man sie auf grund der jeweiligen Beschwerden der Betroffenen vermutet. Meist besteht also keine oder zumindest keine sichere Beziehung zwischen sichtbaren MS-Herden und dem auf grund der Beschwerden und der körperlichen Untersuchung anzunehmenden Ort einer Schädigung. Manchmal werden sogar »MS-typische Befunde« erhoben, obwohl die MRT-Untersuchung aus ganz anderen Gründen durchgeführt wurde. Derartige Zufallsbefunde sollten immer sehr zurückhaltend bewertet werden.
Weil nicht jeder im MRT sichtbare Herd auch mit Beschwerden einhergehen muss, ist es auch keine Seltenheit, dass trotz erstmaliger und umschriebener Beschwerden bereits mehrere und unter Umständen größere Herde nachweisbar sind. Typischerweise haben frische Herde eine ovale oder elliptische Form, sind in der weißen Substanz um die Hirnkammern herum (periventrikulär), in den Verbindungsbahnen zwischen den bei den Großhirnhälften (im so genannten Balken), im Hirnstamm und Kleinhirn sowie im Rückenmark angeordnet.
Mit der MRT lassen sich nicht nur MS-Herde als charakteristischer Befund nachweisen, sondern sie kann auch die bei dieser Erkrankung bisweilen auftretende Volumenabnahme (Schrumpfung oder Atrophie) bestimmter Teile des Zentralnervensystems nachweisen, ohne dass dabei unbedingt die Herde hervorstechendes Merkmal sind. Diese Volumenabnahme entsteht nicht durch den Entzündungsprozess, sondern durch den Untergang der Axone. Eine solche Veränderung ist häufig im Balken, im Hirnstamm und vor allem im Rückenmark zu finden. Gerade im Rückenmark ist jedoch die Aussagekraft der MRT bei der Suche nach MS-Herden noch eingeschränkt, obwohl sich auch hier parallel zu Verbesserungen der Technik immer mehr Herde nachweisen lassen. Allerdings kommt es oft vor, dass kleine Herde nicht nachweisbar sind, obwohl sie zu einer deutlichen Beeinträchtigung des Patienten führen. Umgekehrt führen einzelne große Entzündungsherde im Rückenmark oft zu Schwierigkeiten in der Einordnung, indem sie nur schwer von Tumoren abzugrenzen sind.
Zwischen dem in den verschiedenen Abbildungsebenen für das gesamte Gehirn nachweisbaren Ausmaß der MRT-Veränderungen und dem Krankheitsverlauf besteht ein Zusammenhang. Eine MS wird umso schwerer eingeschätzt, desto mehr Veränderungen nachgewiesen werden können. Dies hat dazu geführt, dass MRT-Befunde nicht nur bei der DiagnosesteIlung, sondern auch bei der Behandlung eine zunehmende Rolle spielen. Dies gilt sowohl für den Zeitpunkt des Beginns einer Behandlung als auch für die Bewertung von Behandlungseffekten.
Aus pathologisch-anatomischen Untersuchungen sind die unterschiedlichen feingeweblichen Veränderungen im Verlauf des Entzündungsprozesses bei einer MS gut bekannt. Diese können heute auch mit der MRT dargestellt werden. Hierzu ist es notwendig, verschiedene Untersuchung techniken zu berücksichtigen. Man unterscheidet dabei so genannte T1- und T2-gewichtete Aufnahmen sowie das Verhalten der Veränderungen nach der Gabe eines Kontrastmittels (Gadolinium). Dieses Kontrastmittel hat nichts mit den bei Röntgenaufnahmen verwendeten jodhaItigen Substanzen zu tun, weshalb auch Patienten mit einer bekannten Jodallergie untersucht werden können. Frische Entzündungsherde stellen sich in T2-gewichteten Bildern vermehrt dicht (hyperintens) dar und sind bei einer späteren Untersuchung unter Umständen nicht mehr zu sehen. Die intravenöse Gabe des Kontrastmittels Gadolinium kann die Unterscheidung frischer und alter Läsionen erleichtern.

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